Hilfsaktion Ukraine 2022

Hilfsaktion Ukraine - Jeder Mensch zählt

Das große Leid und Unrecht, das den Menschen in der Ukraine widerfährt, lässt die Musiker rund um Help&Music sowie deren Freundeskreis aktiv werden. Denn nichts tun und nur passiv zuschauen, ist keine Option für die hilfsbereiten Musiker und deren Familien und Freunde.

Die anfängliche spontane Idee, Hilfsgüter in die Flüchtlingsunterkünfte an der polnisch- ukrainischen Grenze zu bringen, entwickelte sich rasch weiter und so wurde eine Hilfsaktion daraus, die darauf abzielte, den schutzsuchenden Müttern mit Kindern auch eine sichere Bleibe im Aichtal und Umgebung zu ermöglichen. Vorhandene Kontakte zu verschiedenen Hilfsorganisationen und private Kontakte zu Menschen, die vor Ort Unterstützung leisten, wurden genutzt, um in Erfahrung zu bringen, welche Hilfsgüter am dringensten benötigt wurden. Der Plan war, nur gezielt und nach Bedarf Hilfsgüter zu organisieren und diese dann in das polnische Rownia zu verbringen, welches etwa 130 Km von der ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) entfernt ist. Durch den direkten Kontakt mit einer polnischen Koordinatorin konnte der Freundeskreis in kürzester Zeit über die dringend benötigten Produkte informiert werden. Die Hilfsbereitschaft und die gespendeten Waren und Produkte, die zur Verfügung gestellt wurden, übertrafen selbst die kühnsten Erwartungen.

Die erste Hilfsfahrt


Am Freitag, den 10. März 2022 startete die erste Hilfsaktion um 12.00 Uhr mittags mit einem Kleinbus und 2 Fahrern. Voll bis unter das Dach mit Hygienartikeln, Verbandsmaterial, Arznei-und Lebensmitteln beladen, machte sich das Helferteam auf die 1.340 km lange Fahrt vom schwäbischen Aichtal bis nach Rownia im polnischen Karpatenvorland. Nach 16 Stunden Fahrt wurde der Zielort um 4.00 Uhr in der Früh erreicht und die Hilfsgüter übergeben. Zwei ukrainische Familien mit insgesamt 7 Personen, davon 4 Kinder im Alter von 2-8 Jahren, wurden auf den 9-sitzigen Kleinbus verteilt. Nach 2 Stunden Aufenthalt wurde die Heimreise angetreten. Weitere 17 Stunden später, um 23.00 Uhr erreichte das Helferteam wieder sicher das Aichtal und die jungen Familien konnten sich von den Strapazen bei den Gastfamilien auf den Fildern und im Aichtal erholen.

1. Hin- und Rückfahrt: 33 Stunden und 2.680 km



Die zweite Hilfsfahrt


Die sehr emotionalen Eindrücke und die Dankbarkeit der Menschen für die Hilfe, die die Helfer bei der ersten Hilfsaktion erfahren durften, ließen Sie trotz der Gefahren nicht zögern, eine weitere Hilfsfahrt zu planen, organisieren und durchzuführen. Gezielt wurden diesmal mehr gespendete Lebensmittel für das Flüchtlingszentrum eingepackt. Der Start erfolgte am Samstag, 18. März um 1.00 Uhr. Die Strecke führte wieder über Dresden, Breslau und quer durch Polen. Das Ziel wieder der kleine Ort Rownia runde 30 Km vor der polnisch-ukrainischen Grenze. Der kleine Konvoi bestand aus 2 Fahrzeugen, die voll mit Hilfsgütern waren. Weitere notleidende ukrainische Kriegsflüchtlinge wurden nach der Ankunft aufgenommen, um auch ihnen eine sichere Bleibe zu ermöglichen. Knappe 32 Stunden und 2.680 km später konnten weitere 3 Familien mit insgesamt 11 Personen, davon 7 Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahren bei 3 Gastfamilien im Aichtal und Harthausen Unterschlupf finden.

2. Hilfsaktion mit 2 Fahrzeugen und einer großen Menge Lebensmittel



Die dritte Hilfsfahrt


Eine dritte Hilfsfahrt war mit 3 Fahrzeugen für den 26. und 27. März geplant. Aufgrund gesperrter Fluchtkorridore konnten weitere Flüchtlinge Rownia nicht erreichen.
5 – 18 – 12 – 2, sind nüchtern und auf den ersten Blick nur kleine Zahlen. Aber genauer betrachtet zeigt sich darin eine große Solidarität und eine Menge an Hilfsbereitschaft für Menschen in Notsituationen. Es ist schön zu sehen, wieviel Hilfe und Anteilnahme Menschen in Not zuteil wird. Help&Music bedankt sich von ganzem Herzen bei allen Unterstützern, die zum Gelingen der Hilfsfahrten beigetragen und diese dadurch erst ermöglicht haben. Durch diese Hilfe konnten wir 5 Familien - 18 Menschen, davon 12 Kindern im Alter zwischen 2 und 16 Jahren bei den 2 Hilfsaktionen in Sicherheit bringen. Dafür sind wir allen Unterstützern unendlich dankbar, denn jeder Mensch zählt.

Ein erster Schritt, die Kriegsflüchtlinge in Sicherheit zu bringen, ist getan. Die Dankbarkeit der Menschen aus dem Kriegsgebiet den Helfern gegenüber ist groß. Jetzt ist die nächste Herausforderung, die Gäste in einen „normalen“ Alltag zu begleiten. Unterstützung bei Behördengängen, Anmeldung in Schule und Kindergarten, Sprachkurse ausfindig machen, Integrieren in Vereinen sind nur einige Aufgaben, die nun zu bewältigen sind, um den Geflüchteten die Möglichkeit in ein Leben in Würde zu ermöglichen. Wenn Sie dabei helfen wollen, freuen wir uns sehr über Ihre Unterstützung.

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